Datum:     Montag, 7. September 2015

Startort:   Portage Lake, Willywaw Campground (sonnig, ca. 3°)

Zielort:   Lake Louise AK, Lake Louise Campground (bewölkt, ca. 10°)

 

(wenn ihr auf die Fotos klickt, wird der Diashow-Modus aktiviert - mit Kommentar)


Wieder mal ist früh Tagwache. Nachdem unsere Führer (Milepost und Grundmann) für die Fährfahrt von Whittier nach Valdez ca. 4 Stunden Fahrzeit veranschlagen und wir unser Bestätigungsmail konsultieren, sind wir etwas unsicher, ob die Angaben darauf wirklich stimmen (da kommen wir nur auf ca. 2 ¾ Std.). Darum brechen wir sicherheitshalber etwas früher zum nur ca. 10 km entfernten Whittier auf. Dabei müssen wir durch den einspurigen Whittier-Tunnel fahren, der den Verkehr alle 15 Min. entweder von Whittier in Rtg. Portage Lake oder umgekehrt führt. Fährt allerdings ein Zug durch den Tunnel, ist dieser für den Autoverkehr komplett gesperrt.


In Whittier angekommen, stellen wir dann fest, dass die angegebenen Zeiten stimmen. Da die Fähren heute schneller sind (unsere braust mit 32 Knoten, was ca. 55 km/Std. entspricht), hat sich die Fahrzeit entsprechend verkürzt. Das Wetter meint es heute gut mit uns, herrscht doch wirklich Kaiserwetter. Wir haben es allerdings nach den letzten vier Tagen, an denen wir die Sonne kaum einmal gesehen haben und es sehr viel geregnet hat, auch wirklich verdient. Und die Fährfahrt ist dann auch wirklich spektakulär. Der Prince William Sound ist dank der vorgelagerten Inseln über die meiste Zeit der Fahrstrecke recht geschützt und führt an wunderschönen Gletschern, Inseln und Bergpanoramen vorbei. Wir knipsen was das Zeug hält und fühlen uns an die Inside Passage (siehe Reisebericht 2012) erinnert (da hatten wir ja auch so traumhaftes Wetter und die Gegend hier sieht auch sehr ähnlich aus). Dank der Sonne friert selbst Mike (zwar immer noch mit 5 Schichten Kleidern) heute mal nicht und als wir in Valdez (ihr erinnert euch vielleicht noch an die Ölkatastrophe der Exxon Valdez – das war in dieser Gegend) ankommen, sind wir rundum zufrieden.


Nach ein paar Kilometern machen wir einen kurzen Mittagshalt, stärken uns und nehmen dann die Strecke auf dem Richardson Highway unter die Räder. Landschaftlich ist das sicher etwas vom Schönsten, was wir bisher gesehen haben (und das liegt nicht nur am herrlichen Wetter). Neben Wasserfällen sehen wir extrem mächtige Gletscher, Berge, die die 5-Tausendergrenze (Wrangell Mountains im Wrangell/Elias N.P.) problemlos durchbrechen und das Ganze in einer Farbenpracht, wie es nur der Indian Summer hervorzubringen vermag. Da wir diverse Aussichtspunkte mitnehmen, dauert di Fahrt bis zur Kreuzung mit dem Glenn Highway, der uns wieder Richtung Anchorage führen wird, etwas länger. Ab dieser Abzweigung fahren wir noch knapp 30 Kilometer weiter, biegen dann in die Lake Louise Road ein und erleben erstmals diese Ferien, wie es ist auf einer wirklich jämmerlichen Strasse unterwegs zu sein: zwar geteert, aber so was von uneben, dass unser Turtle alle Kästchen und Schubladen ausleert (quasi ein akuter Brechanfall!) und wir bei unserer Ankunft erst mal zu einer grossangelegten Aufräumaktion antreten müssen. Selbst eine der vier Aufhängungen unseres „Schildkrötlis“ hat sich gelöst (schluck!) und muss wieder gefixt werden (nicht, dass wir unser Heimätli versehentlich verlieren). Dank Renés Grill- und Kochkünsten (heute Surf and Turf - das wir doch tatsächlich gegen zwei freche Rabenvögel verteidigen müssen - mit Ofengemüse) sind aber all die Ärgernisse und Schrecken schnell vergessen und wir gönnen uns nach Marshmallows vom Feuer bald eine Mütze Schlaf.


vorheriger Tag                                                                                                          nächster Tag