Reisebericht USA 2009

26. August 2009

Flug in der Businessclass - man gönnt sich ja sonst nichts - soweit gut überstanden. Das Essen war ausgezeichnet, die Sitze wohl eher überschätzt (aber soweit ok). Mike hat keine Minute geschlafen (René schon, hä, hä).

In L.A. angekommen, hat die Übernahme unseres Ford Explorer 4.0 Ltr. soweit problemlos geklappt, wenn wir auch 300 $ mehr als geplant (aber das prügeln wir wieder aus Kuoni heraus) berappen mussten (Oneway Tax L.A. - Seattle). Auch der Check-In bei einer deutschen Blondine im Hilton & Towers ging ohne weitere Probleme über die Bühne. Wir legten uns dann bald zur Ruhe um am nächsten Tag bereit für die Hollywood-Illusionen zu sein.

  

Donnerstag, 27. August 2009

Um 6.30 Uhr Tagwache, bei Starbucks leckeren Kaffee genossen und um 7.30 Uhr gings dann Rtg. Universal Studios. Dort haben wir zuerst die Studio Tours absolviert und uns anschliessend im Jurassic Park, Backdraft, Revenge of the Mummy, Special Effects, Simpsons the Ride, Shrek 4-D und Terminator 2 3-D vergnügt. Nach soviel Fun brauchten wir etwas Ruhe und sind zum Griffith Park Observatory (bekannt aus dem James Dean-Film "Denn sie wissen nicht, was sie tun") gefahren um die tolle Aussicht über ganz L.A. zu geniessen. Damit nicht genug, sind  wir anschliessend den Mullholland Drive, den wir, im Gegensatz zu 1997, dank unseres fantastischen GPS (genannt Franzl) ohne Probleme und Streitereien gefunden haben, unglaublich lange gefolgt (bis zum bitteren Ende). Als Belohnung für die Strapazen haben wir am Santa Monica Pier die Füsse erstmals in den Pazifik gestreckt und dabei einen wunderbaren Sonnenuntergang miterlebt. Nach Nachtessen im Hotel sind wir dann hundemüde ins Bett gesunken

  

Freitag, 28. August 2009

Tagwache abermals um 6.30 Uhr (unglaublich, auch Truni als Anti-Morgen-Mensch macht da ohne Mucken mit - er hängt halt am Leben) und Abfahrt Rtg. Death Valley. Irgendwo in der Pampa haben wir doch tatsächlich den wahrscheinlich pechbehaftesten Hasen der Welt (leider tot) gesehen. Auf einer Strasse, wo ca. alle Schaltjahre mal jemand vorbei kommt, hat es ihn erwischt. Wir legten gleich eine kurze Gedenkminute für ihn ein. Unterwegs Stop in Badwater am tiefsten Punkt in Amerika (-85.5 m.ü.M.), Artist Drive mit Artist Palette (immer noch unglaubliche Farben, kommt halt auf dem Foto nicht ganz heraus) und schliesslich Ankunft in der Furnace Creek Ranch (das Inn bleibt im Sommer wegen der hohen Temperaturen geschlossen). Nach etwas Ernüchterung, da es doch voll unter 50° warm war (genau 48°) haben wir uns in den ca. 35° warmen Pool (was für eine Abkühlung) geschmissen und haben anschliessend den Golden Canyon (leider haben wir die Strasse, die da vor 30 Jahren noch durchging und weggespült wurde, nicht mehr erlebt und mussten deshalb den Canyon zu Fuss durchlaufen) besucht. Abgeschlossen wurde der Tag mit einem oppulenten Mahl und dem üblichen Schlummi in der Bar (Truni hat die halbe iTunes-Jukebox durchgespielt).

 

Samstag, 29. August 2009

Um 7.30 Uhr sind wir aufgestanden, haben gepackt und unser Frühstück reingezogen (mit Upgrade des Kaffee mit unserem mitgebrachten Kaffeepulver). Dort haben wir auch unseren Interagency Pass ("America the Beautiful") gekauft, der uns freie Fahrt durch alle National- und Stateparks ermöglicht. Via Zabriskie Point (bekannt aus dem gleichnamigen Film mit toller Musik von Pink Floyd) und Dantes View gings Richtung Las Vegas. Einchecken im Caesars Palace mit Upgrade für eine Rauchersuite mit Sicht auf Strip und Belllagio. Nachdem wir unterwegs für 20 $ ein Konverter-Kit gekauft haben, stellen wir fest, dass das zwar für alle unseren anderen Geräte (Telefon, Navi, Kamera) passt, aber nicht für den Notebook. Dank Delivery Service und weiteren 30 $ haben wir nun zwei Konverter - even better - und können so der Nachwelt unsere Reiseerlebnisse kundtun. Am Nachmittag haben wir das enorm gewachsene Hotel durchwandert und in den Forum Shops "evaluiert". Anschliessend braucht Mike ein Powernäppli, bevor wir ins Trevi am gleichnamigen Brunnen (wie alles in Vegas Fake) lecker essen und trinken (inkl. zwei Grappa Banfi  für 24 $). Auf dem Rückweg ins Zimmer haben wir die wirklich unzähligen Schönheiten, die auf High Heels und mit superkurzen Röcken (die sie sich - Chirurgen sei Dank - auch wirklich leisten können) bewundert. Sogar Mike blieb manchmal die Spuke im Hals hängen und Truni war gefährdet, dass seine Allerliebste auf die andere Seite wechselt. Während Mike zur Nachtruhe bläst, geht Truni nochmals auf die Piste und kommt, nachdem er im Shadow den Schatten einer nackten Schönheit bewundert hat, gratis (!) als VIP-Gast (!!) ins PURE (!!!) hinein - davon können andere nur träumen (das PURE ist im Moment die hippste Disco in Las Vegas und zum Glück im Caesars).

  

Sonntag, 30. August 20009

Lange geschlafen (Truni bis 10.00 Uhr). Kaffee im Augustus Kaffee, anschliessend Shopping in den Forum Shops (Armani, Guess und Gap). Becher gekauft für 7.59 $, dafür ab jetzt Refill gratis (man schaut ja aufs Geld ...). Nach Pitstop mit Bier gehts weiter zu Fuss dem Strip entlang und wir besuchen diverse Hotels (Bellagio, New York New York, Luxor, MGM und Venetian), nehmen zwischendurch die Monorail und kommen Stunden später und ziemlich müde wieder im Caesars an. Dank eines Sprudelbades in unserer Wanne gehts uns bald besser, sodass wir uns Rtg. Nachtessen aufmachen können (nicht ohne vorher im Shadows noch ein Bier getrunken zu haben). Kalorienbewusst, wie wir sind, haben wir uns dann lediglich mit Misosuppe und Sashimi verpflegt, um schliesslich zum Schlummi nochmals im Shadow einzukehren). Das reicht Mike und sie geht zum Schönheitsschlaf über, während René - Rolis Rat folgend - den Weg zum Rio und der offenbar sehenswerten DJane L1 unter die Füsse resp. das Taxi nimmt. Leider war die dann nicht dort, aber die Aussicht in der Voodoo-Lounge aus dem 51. Stock des Hotel Rio hat sich alleweil gelohnt. Zurück im Caesers hat Truni sofort wieder den VIP-Eingang des PURE aufgesucht, wo er erstaunlicherweise sehnlichst erwartet wurde (man ist ja schliesslich Stammgast).

 

Montag, 31. August 2009

Heute haben wir mal wirklich lange lange geschlafen, dann im Augustus gefrühstrückt und haben anschliessend das Las Vegas Outlet Center bereichert und  uns finanziell ordentlich erleichtert (Nike, Lewis). Damit nicht genug haben wir zurück in den Forum Shops nochmals kurz bei Gap vorbeigeschaut (eine Short für Mike, Grösse 6!!!) um uns am Pool bei einem kühlen Drink von den Strapazen zu erholen. Das Abendessen haben wir im Beiing Noodle No. 9 beendet, war wirklich gut, alllerdings enorm verdauungsfördernd. Nachdem Truni schon am Nachmittag beschlossen hatte, heute mal aufs PURE zu verzichten, war es nicht verwunderlich, dass der Laden heute ganz geschlossen blieb. Aber fürs Shadow hats dann doch noch gereicht.

 

Dienstag, 1. September 2009

Zeitig (6.00 Uhr) aufgestanden, kurz im Augustus gefrühstückt und dann schlussendlich ca. um 8.00 Uhr abgefahren. Heue liegt eine relativ lange Strecke zum Lake Powell vor uns. Haben uns auf die Interstate 15 geschmissen und sind via Mesquite, St. George (tanken) und Washington (wo's das nicht überall gibt) zur No. 9 gefahren. Gleich nach Hurricaine haben wir den Eingang des Zion N.P. durchfahren um bereits nach 10 Metern fast eine "Elkkuh" zu überfahren. Sowohl uns als auch der gerade entgegenfahrenden Rangerin ist der Schreck in die Knochen und die Farbe aus dem Gesicht gefahren. Den restlichen Park haben wir - schreckfrei - genossen und haben uns dann in Mount Carmel Junction einen Hamburger gegönnt. Natürlich nicht, ohnen Hummingbirds zu fotografieren und uns über die Witzbücher der alten Dame (wie schon bei unserem ersten Besuch 1995) zu zerkugeln. Weiter gings über die 89 nach Page, wo wir früh (ca. 15.00 Uhr) ankamen. Also haben wir den Tag noch genutzt und sind zum Horseshoe Bend, einer der vielen Attraktionen des Glen Canyon, gefahren. Der Colorado River mäandert dort wunderschön (bekannt von vielen Fotos). Dort haben wir uns als absolut Höhenkranke outen müssen (indem wir uns dem Abgrund auf allen Vieren und auf dem Bauch kriechend genähert haben). Dadurch haben wir aber Werner, einen jungen Getränkehändler aus München und seine Freundin Melanie, genannt "Maus", kennengelernt. Wir haben uns bestens unterhalten, Reise- und Gesundheitstipps ausgetauscht (Melanie wurde von der Hexe angeschossen) und uns gegenseitig schöne Ferien gewünscht. Nach unseren "Heldentaten" am Horseshoe Bend haben wir uns am Antelope Point mit einem Bad im wunderbar warmen und klaren Lake Powell belohnt. Nach Einkauf (u.a. Grill) zurück ins Hotel und im Restaurant des Hauses (Rainbow Room) wunderbar getafelt. Nach einem kurzen Strandspaziergang sind wir bei Zeiten (ca. 22.00 Uhr) zufrieden ins Bett gesunken.

 

Mittwoch, 2. September 2009

7.00 Uhr Tagwache, Kaffee im Java (exzellent), Checkout und gleich zum Glen Canyon Dam. Anschliessend nahmen wir die Kurze Strecke zum Lower Antelope Canyon (52 $ - die Indzgis nehmens von den Lebenden - aber absolut lohnenswert) unter die Räder. Auf der Hinfahrt kam uns das Auto vor uns schon verdächtig bekannt vor. Und tatsächlich: Werner und Maus. Wir haben dann die Führung durch den Navajo-Indianer Jim gemeinsam gemacht und dabei auch ein nettes Lehrerpäärchen (Andreas und ? aus Altendorf), die ganze 9 Wochen unterwegs sind, kennengelernt. Die haben uns diverse Tipps (u.a. auch Jimdo) gegeben. Beim Antelope Canyon handelt es sich um einen sogenannten Slot Canyon. Von aussen ein unauffälliger kleiner Riss in der Landschaft, aber oho. Kaum hat man die paar Stufen in den Canyon hinter sich, verschlägt es einem den Atem. Die Strukturen und Farben des Gesteins sind schlicht überwältigend, ein absoluter Höhepunkt unserer Reise. Unser Weg führt uns aber weiter ins Monument Valley, wo wir nochmals 10 $ liegen lassen, dafür aber eine wirklich unglaubliche Sicht auf dieses imposante Tal bekommen. Unterwegs nehmen wir noch den Mexican Hat mit, bevor wir zum Goosenecks State Park abbiegen. Der San Juan River macht dort einen Dreier-Mäander, der uns weitere nette Fotos einbringt (u.a. das Titelbild dieser Webseite). Da die Zeit mittlerweile recht fortgeschritten ist, verzichten wir auf weitere Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke und fahren bis Moab durch, wo wir um 18.45 Uhr ankommen., Jeff, die Reception-Nachtschicht, begrüsst uns herzlich und wir unterhalten uns lange und gut. Nachdem wir den Internet-Zugang gecheckt und geduscht haben, fahren wir zu Pasta Jays, wo wir eine leckere Pizza und Spaghetti Pesto teilen. Zurück im Hotel erledigen wir Paperwork, Geburiwünsche-Antworten und nippen am Spumante, den Danny für Truni zum Geburtstag kühl gestellt hat. Wir schreiben unsere Müdigkeit der Zeitverschiebung (hier ists eine Stunde später) zu und löschen schlussendlich um Mitternacht das Licht.

 

Donnerstag, 3. September 2009

Wir haben verschlafen! Statt wie geplant um 6.00 Uhr sind wir erst um 7.30 Uhr aufgestanden - der Wecker hat also tatsächlich nicht geläutet. Nach dem ersten Schreck sind wir dann erstmal an die Reception frühstücken gegangen und haben zum wirklich leckeren "Swiss Homemade Bread" einen von uns aufgepeppten Kaffee getrunken, mit Markus geplaudert, uns Shopping- und Laundry-Tipps geholt und sind schlussendlich dann doch um 9.30 Uhr weggekommen. Kurz nach Moab haben wir die Einfahrt zum Arches N.P. genommen, haben alle Viewpoint links liegen gelassen und sind direkt zum Parkplatz von Devils Garden durchgefahren. Um 10.05 Uhr haben wir unsere Wanderung, ausgerüstet mit literweise Wasser und genügend Proviant gestartet. Folgende Arches haben wir uns angeschaut: Tunnel Arch, Pine Tree Arch, nach einer weiteren Meile den imposanten Landscape Arch. Bis dahin war der Weg gut ausgebaut (auch für Walrösser an Krücken mit Flip-Flops mit roten Pailetten geeignet). Dann wurde es selektiv: nach einer ersten Climbing-Tour, wo Fragen nach der Richtigkeit des Weges auftauchten, wurde es wieder etwas gemütlicher und die 1.5 Meilen bis zum Doube O Arch haben sich dann auch wirklich gelohnt. Dort haben wir an einem schattigen Plätzchen, direkt unterhalb des Arches, gepicknickt und unsere nass geschwitzen T-Shirts auf den heissen Felsen zum trocknen ausgelegt. Nach einer knapp halbstündigen Pause haben wir den bequemeren, da mehrheitlich abwärts verlaufenden, Rückweg angetreten. Um 13.00 Uhr waren wir wieder beim Auto und stolz die 7 Km hin und zurück so gut überstanden zu haben. Zur Belohnung gabs dann auch wieder eine Zigi, mmh. Auf dem Rückweg zum Parkausgang haben wir als erstes Fiery Furnace (kein Arch, sondern eher eine zerklüfftete Felsenlandschaft) angesteuert. Weiter gings über jeden erdenklichen Viewpoint, den es unterwegs gibt, auch zu dem des Delicate Arch, den wir morgen auch noch zu Fuss erkunden werden. Delicate scheint gemäss allen Beschreibungen der schönste von allen Arches zu sein. Nach weiteren Viewpoints sind wir in die Strasse der Window Section eingebogen und dort bis zum Trailhead gefahren. Der ca. 1 km lange Rundgang kam uns dann wie ein Klaks vor und die Arches Turret, North und South Window waren auch wunderschön. Unsere Füsse hatten aber nun endgültig genug und die restlichen Viewpoints liessen sich auch ohne weiteres aus dem Auto geniessen. Zurück im Hotel haben wir geduscht und dann unsere Premiere in der Laundry erlebt - wie im Film und auch praktisch, da wir während der Wartezeit auf die Wäsche gleich unser Reisetagebuch à jour bringen konnten. Den Abend abgeschlossen haben wir im Sunset Grill, wo wir unter freiem Himmel sitzend eine herrliche Sicht auf das Lichtermeer von Moab genossen haben.

 

Freitag, 4. September 2009

Es war wieder ein grandioser Tag. Sind um 6.30 Uhr aufgestanden, um 8.00 Uhr abgefahren und waren um 8.45 Uhr im Dead Horse Point State Park. Da dies ein State Park in Utah ist, war unsere Interagency Card leider nicht gültig und wir mussten für mehr oder weniger eine View 10 $ abdrücken. Hat sich aber trotzdem gelohnt, da wir eine tolle Sicht auf Canyonlands und Meander Canyon werfen durften. Weiter gings zum wirklich eindrücklichen Island in the Sky District im Canyonlands N.P. (der besteht aus drei voneinander unabhängigen Gebieten - The Needles, The Maze und eben ...). Zuerst haben wir den Shafer Canyon Overlook angesteuert, der den Blick auf eine angsteinflössende Strasse, die früher für den Viehtrieb genutzt wurde, freigibt. Zweite Station war der Mesa Arch, der anscheinend vor allem bei Sonnenaufgang toll aussehen muss, da dann die Sonne genau durch den Arch guckt (das haben wir allerdings nicht geschafft). Dennoch haben wir den schönen 0.8 km-Trail unter die Füsse genommen und haben den speziellen, da wie ein bewusst erbautes Aussichtsfenster wirkenden Bogen auch ohne Sonnenaufgang bewundert. Weiter gings zum Buck Canyon Overlook, der mit seiner Weitsicht über die wunderschönen dunkelbraunen Canyons besticht. Dann Farbwechsel zum Orange Cliffs Overlook - wiie der Name schon sagt ... Ein weiterer Höhepunkt war dann der Grand View Point Overlook - just breathtaking. Extrem beindruckt waren wir anschliessend vom Green River Overlook, wo wir uns im Angesicht von soviel Naturschönheit ganz klein fühlten. Wir fragten uns allerdings auch, ob überhaupt noch jemand in der Schweiz (ausser euch, hä, hä) ist, da uns laufend irgendwelche Svizzerozis über den Weg liefen. Am Upheaval Dome machten wir wieder einen kleinen Spaziergang zum Viewpoint. Ob nun Meteoriteneinschlag oder eingebrochenes Salzbassin (da streiten sich die Experten bis heute) - auf alle Fälle farblich wunderschön, da hellgrün (in all dem Rot). Um 13.30 Uhr brechen wir zum Arches N.P. auf, wo ja noch eine delikate Angelegenheit auf uns wartet - nämlich der Aufstieg zum Delicate Arch (gestern haben wir es ja mit dem Auto nur zum Viewpoint geschafft). Um 15.10 Uhr sind wir vom Trailhead losgewandert und haben den gut 2.5 km langen, 150 Höhenmeter überwindenden Trail bei 35° ohne Schatten in 40 Minuten gepackt. Und der Arch war dann auch wirklich toll. Nach einer längeren Pause sind wir hinuntergesprintet und um 17.00 Uhr bereits wieder Rtg. Hotel abgedüst.Nachdem wir uns ausgiebig von Danny und Markus verabschiedet hatten (wir werden morgen doch recht früh losfahren), haben wir den Abend nochmals im Pasta Jays ausklingen lassen.

 

Samstag, 5. September 2009

Trotz kurzer Nacht sind wir bereits um 6.05 Uhr im Dunkeln abgefahren. Heute steht uns ein langer Fahrtag mit relativ wenig Sehenswürdigkeiten bevor. Gleich nach Moab biegen wir in die Colorado-River View Road ein, wo uns der Mond den Weg leuchtet und sich wunderschön im Colorado spiegelt. Dank der frühen Stunde gibt es noch kaum Verkehr, dafür treffen wir drei wilde Truthähne. Dann steigt die Strasse zum Douglas-Pass an, wo wir eine Kuh und ein Reh am Fahrbahnrand (lebendig - nicht überfahren!) sichten. Nach Überwindung dieses Höhenzuges verabschieden wir uns endgültig von den Steinen und Felsen der letzten Woche und auch von den extrem heissen Temperaturen. In Rangely machen wir in Bettys Colorado Caffee einen Frühstückshalt in sehr speziellem, weil halt wirklich typisch amerikanischem Ambiente und lernen den Unterschied zwischen "butter" und "budder" (es brauchte drei Versuche, bis die Waitress verstand, was Mike zu ihrem Toast wünschte). Die Fahrt ging weiter Rtg. Dinosaur N.M. mit Zwischenstopps beim Colorado- und Utah-Welcome-Center, wo wir neben vielen Karten auch entsprechend gute Tipps bekamen. Leider liess sich aus zeitlichen Gründen der Harpers Corner Drive, der einen phantastischen Ausblick über den Green- und Yampa-River geboten hätte, nicht realisieren. Stattdessen wollten wir uns die Dinosaurier-Knochen im Query ansehen, war aber leider (bis ca. 2012) geschlossen (Umbauarbeiten nach massiven Gebäudeschäden). Also haben wir die Autotour entlang des Green Rivers absolviert (der begegnet uns im Moment laufend - siehe letzte und auch nächste Tage) und sind dann via Vernal Rtg. Norden und Flaming Gorge quasi durch die Erde gefahren. Dies deshalb, weil man auf dieser Strecke diverseste Geisteinsschichten durchfährt, die durch eine Verwerfung an die Oberfläche gedrückt wurden (und auch entsprechend am Strassenrand ausgeschildert sind). Bevor wir den Flaming Gorge Dam erreichten, überwanden wir im Daggett County einen weiteren Pass auf 2'570 Metern Höhe, wo wir dann erstmals auf unserer Reise ausgedehnte Waldpartien vorfanden (und das auf dieser Höhe!). Die Besichtigung des Flaming Gorge Dammes und des Red Canyon und Sheep Creek Overlook boten herrliche Blicke tief hintunter auf den aufgestauten, na wen wohl, richtig, den Green River. Für unser heutiges Nachtlager muss Rock Springs herhalten, bevor es dann morgen Rtg. Grand Teton und Yelllowstone geht.

 

Sonntag, 6. September 2009

Entgegen unserer Befürchtung haben wir doch noch ein (mindestens ganz schwaches) Signal gefunden, um die Site weiterzuführen. Also ...

Sind heute um 7.50 Uhr aufgebrochen und haben die Prärie von Wyoming (Hochebene, ca. 1'800 m.ü.M.) durchquert. Zwar ziemlich öde, aber doch irgendwie schön diese Weite. Rehsichtung am Strassenrand (mehrfach), jedoch alle überfahren (oje). Zwei unidentifizierte, gansgrosse Vögel mitten auf der Strasse und wir dazwischen durch. Wurde recht eng und Truni musste sein fahrerisches Können unter Beweis stellen, um mit 120 Sachen nicht ins schleudern zu kommen (Schreck!). Eben noch in der Prärie und schon kurz später Szenenwechsel mit Wäldern, unzähligen Pferden und Bergen. Temperatur eher bescheiden mit ca. 15° (gegen Mittag wurde es dann langsam etwas wärmer). Ca. 11.00 Uhr Ankunft in Jackson, einem nach unserer Meinung grauenhaften Touristenkaff, das voll auf Wildwest macht, obwohl der wilde Westen eigentlich irgendwo ganz anders stattfand. Trotzdem mussten wir natürlich ein Bierchen auf den unsäglich unbequemen Sätteln der Million Dollar Cowboy Bar trinken (nur schon, damit wir mit Roli und Dominik mithalten können). Mit der Einfahrt in den Grand Teton N.P. hat sich aber alles zum Guten gewandt. Auf dem Signal Mountain hat man wirklich eine herrliche Sicht über die Umgebung (leider war es etwas diesig). Nach Ankunft im Colter Bay Village am Teton Lake haben wir unsere nette Cabin bezogen und haben anschliessend ein wunderschönes, romantisches Barbeque am Teton Lake veranstaltet, das war wirklich der Hammer.

 

Montag, 7. September 2009 (Labor Day)

Sind nach Frühstück und tanken um 8.00 Uhr vom Grand Teton N.P. gen Norden zum Südeingang des Yellowstone N.P. aufgebrochen. Der Yellowstone ist mit 10‘000 km2 fast so gross wie ein Viertel der Schweiz. Zu unserer grossen Überraschung haben wir traumhaftes Wetter mit stahlblauem Himmel, allerdings bei frischen 7° Celsius (zur Erinnerung, vorgestern war’s noch ca. 35°). Erste Station war das Upper Geyser Basin, wo wir zuerst mal das Visitor Center angesteuert und uns mit Info-Material eingedeckt haben (u.a. die Eruptionszeiten der wichtigsten Geysire). Den wohl bekanntesten aller Geysire im Yellowstone, den Old Faithful Geyser, haben wir zuerst bewundert. Anständigerweise ist er pünktlich zu unserer Ankunft ausgebrochen. Ist schon eine imposante Geschichte, wenn das Teil seine Fontäne bis zu ca. 50 Metern in die Höhe schiesst. Die nächsten Stunden haben wir unzählige kleinere Geysire, Bassins und Pools angeguckt. Gegen Nachmittag mussten wir uns dann noch etwas gedulden, bis wir unseren Favoriten, den Grand Geysir, in Action erleben konnten. Seine Eruptionszeit kann nur auf +/- 2 Std. berechnet werden, wir mussten allerdings nur ca. eine halbe Stunde warten, bis das Spektakel losging. Und das Warten hat sich gelohnt. Zum Abschluss zogen wir uns dann nochmals den Old Faithful rein (von einer etwas entfernteren Position). Dann verliessen wir das Upper Geyser Basin und machten uns mal auf den Weg Rtg. unserer im Voraus gemieteten Cabin im Lake Village am Yellowstone Lake. Trunis Bedenken vor den Ferien (er ist ja ein Unki), ob wohl dieses Quartier unseren 25-jährigen Jubiläumsansprüchen genügen würde, haben sich voll bestätigt. Wir haben uns ja wirklich auf sehr wenig Komfort eingestellt (war immerhin mit 69 $ pro Nacht die günstigste Bleibe überhaupt auf unserer Reise). Was wir dann aber vorgefunden haben, spottet jeder Beschreibung. Wir konnten das Cabin nicht mal betreten, da uns schon beim öffnen der Türe ein derart bestialischer Gestank entgegenschlug, dass Mike schon weiss im Gesicht wurde und wir uns bei aller Bescheidenheit nicht vorstellen konnten, auch nur eine Minute, geschweige denn drei Nächte in dieser Bude zu verbringen (jedes öffentliche Pissoir in Zürich duftet im Vergleich). Also zurück zur Rezeption, ja und dann haben wir uns auch mal was gegönnt. Da es sich beim einzig verfügbaren Zimmer in der ganzen Region um die Präsidentensuite im Lake Hotel handelte, nächtigten wir halt eine Nacht , wo schon die Präsidenten Warren Harding im Jahre 1923 und Calvin Coolidge im Jahre 1927 ihre Häupter aufs Kissen gelegt haben. Ist uns auch schon Schlimmeres (allerdings auch günstigeres) passiert.

 

Dienstag, 8. September 2009

Haben die Nacht in der Präsidentensuite sehr genossen und sind dennoch um 6.40 bei eisigen -5° abgefahren. Die Stimmung über dem Yellowstone River war wirklich wunderschön, Nebelschwaden stiegen hoch und der Himmel war wolkenlos. Der Weg führte uns zuerst durch das Hayden Valley, wo wir auf eine Tiersichtung hofften. Und tatsächlich, kaum hat sich das Valley geöffnet, stand auch schon das erste Bison auf der Strasse. Nachdem wir uns von diesem „Schock“ erholt hatten, sahen wir die erste Herde und auch im Yellowstone River waren die Bisons bei der Morgentoilette zu beobachten. Wir konnten uns kaum satt sehen, sind aber doch mehr oder weniger zügig Richtung Mammoth Hot Springs weitergefahren. Unterwegs hatten wir Begegnung mit weiteren Büffeln, Hirschkühen und auch ein Hirsch (Elk) zeigte sich. Ein verheissungsvoller Start in den Tag also. In Mammoth angekommen, bewunderten wir zu Fuss die verschiedenen Sinterterrassen und nahmen den kurzen Looptrail durch die Upper Terraces unter die Räder. Dort erhaschten wir auch einen kurzen Blick auf einen Kojoten. Anschliessend staunten wir im Norris Geyser Basin über die Vielfalt der verschiedenen thermischen Aktivitäten. Es ist schon unglaublich, wie es überall zischt und brodelt und blubbert. Weiterfahrt durch die Virgina Cascades (eine Folge von kleineren Wasserfällen) und bei einem Kurzstopp sichteten wir kurz einen Wolf bevor wir auch noch einen Weisskopfseeadler beobachten durften. Nun gings Richtung Canyon Villlage. Dort beginnen zwei Autotrails (North- und South-Rim), von denen man sehr schöne Blicke auf die Upper und Lower Falls des Yellowstone River werfen kann. Dieses Gebiet wird Grand Canyon des Yellowstone genannt – und zwar zu Recht. Die verschiedenen Viewpoints bieten unglaubliche Blicke auf den interessanteren Upper Fall und den Canyon. Auf der Rückfahrt zum Hotel zogen wir schliesslich noch das Mud Vulcano Gebiet rein, das wieder ganz anders als die anderen bisher gesehenen thermischen Spezialitäten daher kommt. Auch vom Geruch her eine absolute Herausforderung, es kann einem ganz schlecht werden. Im Hotel stellte Truni nicht unbedingt erstaunt fest, dass er erhöhte Temperatur hat (das kommt halt von diesen Klimaanlagen der ersten 1 ½ Wochen), aber dank Mikes Apotheke und einem kurzen Nickerchen fühlte er sich schon bald wieder besser. Das war auch nötig, wollten wir doch in der Abenddämmerung nochmals Richtung Hayden Valley fahren, um vielleicht noch das eine oder andere Tier zu sehen. Und tatsächlich, es hat sich gelohnt. Die Bisons blieben zwar aus, dafür sahen wir viele Hirsche und, jetzt haltet euch fest, auch noch eine kleine Gruppe von vier Wölfen. Leider waren die Tiere für vernünftige Fotos etwas zu weit weg und es war auch schon ziemlich dunkel. Umso mehr hat sich das Mitschleppen der zwei Ferngläser gelohnt, so konnten wir die Wölfe über mehrere Ausfahrten hinweg doch sehr nah miterleben. Und wir müssen feststellen, dass uns der heutige Tag wirklich so ziemlich aus den Socken gehauen hat.

 

Mittwoch, 9. September 2009

Das Fiebermessen um 06.00 Uhr ergab leider, dass es René eher schlechter denn besser ging, weshalb Mike ihn gleich nochmals ins Bett schickte. Auch zweieinhalb Stunden später war mit unserem Helden nicht viel mehr los, also fuhren wir in die örtliche Klinik, um ihm weitere Medikamente zu besorgen. Seither wissen wir auch, warum das amerikanische Gesundheitssystem so seine Probleme hat: Wir wollten lediglich ein Päckchen Paracetamol und wurden aufgeklärt, dass dies ohne Voruntersuchung nicht verschrieben werden könne und wir dafür ihm Voraus gleich mal 200 USD abdrücken sollten! So schlecht ging’s René dann doch nicht und im nahen General Store haben wir für unter 20 USD dann gleich drei Medikamente bekommen… Schliesslich sind wir um halb zehn Uhr weggekommen und Richtung Madison losgebraust, wollten wir doch trotz kleinerer Gesundheitsprobleme nicht ausgerechnet im Yellowstone N.P. Abstriche machen müssen. Begonnen haben wir unsere heutige kleine Rundreise mit der Lower Geyser Basin Area, wo wir den Fountain Paint Pot und den Great Fountain Geyser entlang des Firehole Lake Drive bewundert haben. Wir können uns an all den Geisiren, Pools und Springs gar nicht sattsehen -  die Farbenpracht, die Geräuschkulisse und die extremen Gegensätze zwischen todbringenden Säureseen und den Pflanzen und Tieren, die dieser unwirtlichen Gegend trotzen, sind schlicht phantastisch. Um mal etwas Abwechslung ins Programm zu bringen, sind wir dann nordwärts bis kurz vor Madison gefahren, wo der Firehole Canyon Drive beginnt, der dem Firehole River entlang führt, um auszuprobieren, ob das Baden im thermisch erwärmten Fluss wirklich so toll ist. Nun, in Anbetracht unseres gesundheitlichen Zustandes (selbstverständlich zeigt sich Mike solidarisch und schnupft auch schon), haben wir’s dabei belassen, einen Fuss von Mike in das doch recht frische Wasser zu tauchen. Aber eine tolle Gegend ist’s alleweil! Auf dem Rückweg ins Hotel haben wir dann noch die letzten verbliebenen Basins abgegrast und konnten somit alle geplanten Highlights im Yellowstone „abhaken“. Unsere Pirschfahrt am Abend blieb vorerst erfolglos, wenn man von den Elks (sind Hirsche und Hirchkühe, Elche heissen in den Staaten Moose) und einem lonesome Bison absieht. Auf der Rückfahrt ins Hotel haben wir dann entschieden, noch den Benzintank für den nächsten Tag zu füllen und sind deshalb Richtung Fishing Bridge abgebogen. Dort hatten wir dann heftigen Gegenverkehr in Form einer etwa 40 Tiere zählenden Bisonherde (inkl. Jungtieren), die den bequemen Weg über die Brücke, die über den Yellowstone River führt, gewählt hat. Ein toller Abschluss des Tages.

 

Donnerstag, 10. September 2009

Heute war nun ein langer Fahrtag über 496 Meilen angesagt. Gemäss Franzl mussten wir mit ca. 9.5 Std. Fahrt rechnen (wobei Franzl wie immer übertrieben hat, es waren dann netto nur ca. 7.5 Std.). Sind um 7.15 Uhr via Dunraven Pass und Tower/Roosevelt nach Mammoth gefahren und haben somit die bekannte Acht im Yellowstone (bis auf die gesperrte Strecke Madison – Norris) vollständig abgefahren. Kurz nach dem Grenzübertritt nach Montana haben wir gleich neben der Strasse ein Rudel Pronghorn Antilopen gesehen. Weiter gings via Bozeman und Butte auf der wirklich schön gelegenen Interstate 90 durch die Berge Montanas. Kurz vor 16.30 Uhr dann Ankunft bei den  Silverwolf Lodge Cabins etwas südlich des Eingangs zum Glacier N.P., den wir uns für morgen vorgenommen haben. Und diese Cabins sind nun wirklich der Wahnsinn, kein Vergleich mit denen im Teton, geschweige denn denen im Yellowstone. Drum halten wir uns heute kurz, weil wir sie noch etwas geniessen möchten.

 

Freitag, 11. September 2009

Sind um ca. 8.50 Uhr den kurzen Weg bis zum Eingang des Glacier N.P. gefahren. Durch den sehr an die Alpen erinnernden Nationalpark führt die "Going to the Sun Road", eine der schönsten Gebirgsstrassen Nordamerikas. Sie führt zuerst entlang des McDonalds Lake, dann steigt sie neben dem McDonalds River auf den Logan Pass. Auf der Ostseite des Passes war es dann endlich soweit - eigentlich hatten wir ja insgeheim schon im Yellowstone damit gerechnet - wir sahen unseren ersten Bären in diesen Ferien. Es war ein wunderschöner schwarzer Schwarzbär (die können nämlich auch braun oder sogar blond daherkommen), der zuerst emsig damit beschäftigt war, Beeren und Grünzeug zu mampfen. Wir verloren ihn dann kurz aus den Augen, bevor wir ihn dann wieder im wunderschönen blauen Wasser des Saint Mary Lake bei der Morgentoilette beobachten konnten. Herrlich! Wir konnten uns kaum sattsehen, mussten aber dann doch irgendwann weiter. Kurz danach, als wir das Gebiet Many Glacier ansteuerten, gab dann ein brauner Schwarzbär in einem Beerenstrauch (er hing förmlich darin) seine Show zum Besten. Wir waren einfach nur happy! Auch ohne Bären ist der Glacier N.P. wirklich sehr zu empfehlen (lag sicher nicht zuletzt auch wieder am Wetter, das sich schon auf der ganzen Reise von seiner besten Seite zeigte). Engadin hoch drei! Nachdem wir die wirklich sehr schöne Going to the Sun wieder zurück gefahren sind, war wieder mal Wäsche angesagt. Zwischen Wäsche und Trockner haben wir dann für das abendliche Barbeque die nötigen Zutaten eingekauft: herrliche Rib Eye Steaks, Salat und Gemüse. Auf dem Grillplatz der Silverwolf Lodge Cabins haben wir dann den Tag ausklingen lassen. Wieder mal ein absoluter Toptag. And it will go on. Sooo guet …

 

Samstag, 12. September 2009

Heute gibt’s nur wenig zu berichten. Es war wieder mal ein mehr oder weniger reiner Fahrtag angesagt. Sind von der Silverwolf Lodge um ca. 9.00 Uhr losgebraust um nach gut 400 Meilen in Ellenburg (Washington State) anzukommen. Die Fahrt war sehr abwechslungsreich, zuerst noch durch dicht bewaldete Gegenden in Montana, über die nach wie vor (wenigstens bis Idaho) sehr schön gelegene Interstate 90 in den Staat Washington eingefahren, wo es dann doch eher etwas eintönig wurde – abgesehen von der tollen Sicht kurz vor Ellensburg auf den Mount Rainier. Der ist dann morgen unser Ziel. Heute werden wir uns in der Ellensburg Pasta Company noch irgendwelche Spags an die Hüften schwingen und dann früh zu Bett gehen, damit wir morgen fit und munter und vor allem frühzeitig Richtung Mount Rainier kommen.

 

Sonntag, 13. September 2009

Nachdem wir gestern unseren Kameras nach rund 1‘600 Fotos und diversen Videos (die wir bis jetzt leider noch nicht ins Netz stellen konnten) einen Tag Pause gegönnt haben, war es heute unvermeidlich, wieder ein paar Schnappschüsse zu machen. Denn der heutige Star hat Aufmerksamkeit verdient (darum ist er auch auf diversen Bildern zu sehen). Der Weg führte uns von Ellensburg über Yakima in den Mount Rainier N.P. Mit fast 4‘400 Metern ist der Mount Rainier der höchste Kaskadengipfel und seines Zeichens ein aktiver Vulkan. Er räuchelt manchmal auch ein bisschen vor sich hin und wird wahrscheinlich irgendwann wie der Mount St. Helens auch in die Luft gehen. Vor allem weil er freistehend ist, ist er doch ein sehr imposanter Anblick. Die 26 Gletscher reichen weit nach unten, der Krater ist immer schneebedeckt (hier fallen im Winter durchschnittlich 16 Meter Schnee!). Wir kamen von der Ostseite und sind dann die Sunrise Road auf knapp 2‘000 Meter hochgefahren. Dort haben wir ein kleines Picknick mit famoser Sicht auf den Vulkan genossen um dann auf der anderen Seite des Berges auf der Paradise Road den Park wieder in westlicher Richtung zu verlassen. Einziger Wermutstropfen war, dass heute anscheinend halb Washington State die gleiche Idee hatte und der Park dadurch für unser Empfinden etwas überbevölkert war. Ob es am Sonntag lag?

 

Montag, 14. September 2009

Nachdem wir für unseren immer noch gesundheitlich stark angeschlagenen Kleinbären (= Mike) den halben Walgreen (Pharmaciekette in USA) leergekauft haben, sind wir Richtung Lake Quinault losgedüst. Und wieder erwartete uns ein extremer Wechsel was Landschaft und Vegetation anging. Gestern noch im Hochgebirge, heute Regenwald (wer würde den schon im Norden der USA vermuten) des Olympic N.P. Passend dazu haben wir heute auch den ersten wettermässig schlechten Tag eingezogen, hat es doch tatsächlich bis in den Nachmittag hinein genieselt. Drum heisst’s hier wohl auch Regenwald … hat uns aber nicht abgehalten, einen über zweistündigen, knapp 8 Kilometer langen Looptrail in die urige Vegetation rund um die Lake Quinault Lodge unter die Füsse zu nehmen. Es war fantastisch, nur Mike’s Husten hat alle Bären, Bobcats und sonstiges Geviech ferngehalten. Zurück in der Lodge hat sich Mike dann von diesen Strapazen erholt während Truni die altertümliche Sauna des Hauses ausprobierte. Am Abend haben wir im überall gelobten Roosevelt Room (Restaurant in der Lodge) einen Tisch reserviert. Tatsächlich, der Food war aussergewöhnlich und wohl eines der besten Diners auf unserer Reise. Jetzt hauen wir uns in unserem sehr gemütlichen Lodge-Zimmer mit Aussicht auf den See (in dem sicher auch schon irgendwelche Präsidenten genächtigt haben J) aufs Ohr. Und morgen geht’s schon weiter Richtung Vancouver Island.

 

Dienstag, 15. September 2009

Nachdem wir im kleinen Lädeli schräg vis-à-vis der Lake Quinault Lodge (ja Brigitta, war wirklich ein herziges Lädeli) unser Frühstück eingenommen haben, haben wir den langen Weg nach Kanada unter die Räder genommen. Ziel dort war Campbell River, schon ziemlich weit oben in Vancouver Island. Zuerst führte uns der Weg der Pazifikküste entlang, bevor die Strasse dann eher im Landesinnern weiter verlief. In Port Angeles fragte uns dann Franzl: „No jo, jetzt hamma zwa Möglichkeiten: entweder Sie steigen aus und schwimmen, oder wir nehmen die Fähre – wos moch ma?“. Haben ihm die Frechheit verziehen und die Fähre genommen. Die 1 ½ stündige Fahrt rüber nach Victoria (Hauptstadt British Columbia) war zuerst sehr gespenstisch, da dichtester Nebel über dem Meer lag und der Kapitän ungefähr alle 30 Sekunden das Nebelhorn betätigen musste. Dann klarte es auf und gab den Blick über die Strasse von Juan de Fuca auf Victoria frei. War wirklich nett. Dann gings durch die Immigration (die wollten von uns 100‘000 Sachen wissen) und quer durch das Verkehrschaos von Victoria. Irgendwann durften wir dann auf der Autobahn auch 110 km/Std fahren und kamen dann doch ziemlich schnell vorwärts. Campbell River dient eigentlich eher wieder als Durchgangsstation bevor es dann morgen früh weiter zur vielversprechenden Hidden Cove Lodge bei Telegraph Cove, unserem nächsten Schwerpunkt (Whale Watching etc.), geht.

 

Mittwoch, 16. September 2009

Hallo – da sind wir wieder! Der Mittwoch war einmal mehr von einer recht langen Fahrt von Campbell River in die Hidden Cove Lodge geprägt – lang allerdings nur deshalb, weil wir keine Sehenswürdigkeit - und sei es nur ein kleiner Picknickplatz – ausgelassen haben. Das Wetter war anfänglich eher bescheiden, hat sich aber im Laufe des Tages immer mehr zum Besseren gewendet, sodass wir alles ohne gross nass zu werden geniessen konnten. Besonders erwähnenswert ist sicher der Ort unserer Mittagsrast – Telegraph Cove – ein kleines, ehemaliges Fischerdorf auf Stelzen, das liebevoll renoviert und touristisch erschlossen wurde. Nach dem Besuch im örtlichen Walmuseum und einem leckeren Burger/Salat im Killer Whale Caffee sind wir dann weiter zu unserer Herberge für die nächsten drei Tage gefahren. Die Hidden Cove Lodge wird ihrem Namen wirklich gerecht, eine 3-Kilometer-Gravel-Road vom Ärgsten führt von der Hauptstrasse durchs Dickicht direkt ans Meer zur Lodge. Die Lodge ist wirklich absolut romantisch – beim Apéro-Spaziergang sahen wir einen Marder und während des Nachtessens leistete uns eine Waschbär-Mutter mit ihrem Jungen Gesellschaft. Die Küche ist hervorragend, sodass wir uns auf die nächsten zwei Abende freuen dürfen. Wir haben ein nettes Ehepaar, Mark und Janet, aus Nottingham kennengelernt und uns bis spät in die Nacht bestens unterhalten.

 

Donnerstag, 17. September 2009

What a day! Heute stand Whale Watching auf dem Programm und wir haben wirklich alles gesehen, was die Johnstone Strait zu bieten hat: Orcas, Tümmler, Buckelwale, Seelöwen, Robben, Weisskopfseeadler und unzählige andere Meeresvögel. Es war einfach phantastisch! Nach vier Stunden sind wir absolut überglücklich und hundemüde wieder vor der Lodge abgesetzt worden. Im Moment sitzen wir in einem Internet-Café in Port McNeill, um auch euch daran teilhaben zu lassen. Geniesst die Bilder – ist allerdings nur ein schwacher Abklatsch dessen, was das menschliche Auge und vor allem das Herz zu erfassen in der Lage ist.

 

Freitag, 18. September 2009

Wenn es so pisst wie heute, sieht es wahrscheinlich überall auf der Welt gleich aus – einfach grässlich. Sind heute in ein Kaff am Ende der Welt (Port Alice) an den Pazifik gefahren, hätte aber gerade so gut Türlen am Türlersee sein können – grau in grau. So sind wir auch bisher (und es ist immerhin schon Mittag) nicht in die Gänge gekommen und sitzen jetzt im obigen Internet-Café und flössen uns den Espresso quasi intravenös ein, um nicht im Stehen einzuschlafen. Den geplanten Trail entlang des Marble River, um eventuell Schwarzbären beim Lachsfang zu beobachten, haben wirr ausgelassen, da wir schon nach 10 Metern nass bis auf die Unterhosen gewesen wären. Die werden aber trotzdem noch nass, weil wir uns entschieden haben, heute wieder mal eine Laundry aufzusuchen, um unsere Klamotten dem verdienten Bade zuzuführen. Gestern Abend haben wir bei der Rückkehr in die Lodge noch eine Schwarzbärenmutter mit ihrem Kleinen beobachten können (von der Terrasse aus) und auch zwei Orcas haben sich in Sichtweite der Lodge in der hauseigenen Bucht ein Stelldichein gegeben. Witzig fanden wir auch die hüpfenden Kleinfische, die in einem Anfall von Grössenwahn die Wale imitiert haben. Auf unsere Frage an Dan, den Besitzer der Lodge (und ein Riesenspassvogel), warum sie das tun, meinte er, weil sie es können („Cause they can“).

 

Samstag, 19. September 2009

Zuerst ein kleiner Nachtrag zum gestrigen Abend. Als wir so gemütlich das Nachtmahl einnahmen, hat Truni aus den Augenwinkeln einen Schatten auf der Terrasse registriert. Im ersten Moment dachte er, es handle sich um einen soeben hingestellten kleinen Tannenbaum. Die vermeintliche Tanne entpuppte sich aber als Schwarzbär, der anscheinend regelmässig die Lodge aufsucht um mal nach dem Rechten zu sehen. Als Mike dann durchs Fenster schielte, war der Bär quasi Nase an Nase mit ihr und es bleibt ein Geheimnis, wer mehr erschrocken ist. Auf jeden Fall ist der Bär dann kurzzeitig abgerauscht um zwei Minuten später wieder zu erscheinen. Wir durften ihn dann noch einige Minuten beobachten, bis er von unserer Gesellschaft endgültig genug hatte und gemütlich die Treppe hinunter (!) davon trottete. Einfach grossartig. Und als wir heute früh wieder mal sehr zeitig Richtung Vancouver los düsen wollten, hat ein Bärenpäärchen in der durch die Ebbe (ca. 1.5 Meter Tide) frei von Wasser gelegenen Bay der Lodge nach Muscheln gesucht. Ein schöner Abschied, wir werden diese Lodge immer in Erinnerung behalten, braucht man sich doch kaum zu bewegen und sieht Bären, Orcas, Waschbären, Marder, Weisskopfseeadler und und und. Die Fahrt zur Fähre nach Nanaima war dann eher langatmig. Dafür hat sich das Wetter merklich gebessert und bei der Überfahrt nach Vancouver hatten wir wieder Sonnenschein und kaum Wolken. Für Vancouver haben wir leider nur wenig Zeit, heute haben wir am späteren Nachmittag Gastown (quasi das Urviertel Vancouvers) besucht. Dort steht die Steamwatch, die einzige durch Dampf angetriebene Uhr der Welt. Heute stand uns der Sinn wieder mal nach Pasta, und in Gastown haben wir dann auch einen phantastischen Italiener gefunden, bei dem die Teigis fast besser als in Italien schmeckten. Auch den Grappa zum Abschluss (den ersten seit Vegas) haben wir sehr genosssen.

 

Sonntag, 20. September 2009

Haben seit langem wieder mal ausgeschlafen und dann mit dem Auto den Stanley Park erkundet. Natürlich nicht, ohne eine Pause im Tea House einzulegen und das herrliche Wetter zu geniessen. Nach Mittag haben wir uns auf den Weg gen Süden und die kanadisch-amerikanische Grenze gemacht. Nachdem sich der Zöllner für sein eigentlich unentschuldbares Versehen, Mike als deutsche Staatsbürgerin zu bezeichnen (worauf sie sich natürlich aufs Heftigste wehrte) unterwürfig entschuldigt hat, beschlossen wir keine Klage zu erheben und doch noch einzureisen. Wir haben für den Weg nach Seattle dann die längere Route über die Evergreen Point Bridge, die über den Lake Washington führt, genommen und wurden dafür mit einem Blick auf die aus dieser Richtung besonders eindrucksvolle Skyline der Stadt belohnt. Nachdem wir unser Hotel quasi neben der Space Needle bezogen hatten, haben wir uns zur Waterfront aufgemacht und am Pier 55 eine Kleinigkeit gegessen bevor wir auf dem Rückweg noch einen ersten Blick auf den Pike Market warfen. Nochmals kurz ins Hotel und dann ein wunderbares Sashimi im Umi Sake House (schöne Atmosphäre, ca. 100 verschiedene Sakes und eine reiche Auswahl an Sushis und Sashimis) geschlemmt.

 

Montag, 21. September 2009

Wir sind extrem tourimässig in den Tag gestartet. Haben als erstes gleich eine Stadtrundfahrt im Amphibienfahrzeug, genannt The Duck (Ride The Ducks), gebucht und sind 1 ½ Stunden mit Capt. Rocky Bottom zu Wasser und zu Lande durch Seattle geduckert. War eine Riesenparty an Bord, mit Sound und einem sich ständig verkleidenden und Sprüche klopfenden (wäre auch als Comedian durchgegangen) Captain. Anschliessend haben wir, bzw. der Lift, die Space Needle erklommen, um das Ganze aus einer anderen Perspektive zu bestaunen. Ist wirklich eine Megastadt! Vor allem bei gutem Wetter (und morgen wird’s noch besser) und wenn man den Mount Rainier so gut sieht. Dann per Auto eine kleine Stadtrundfahrt inkl. Lunch in der Innenstadt (in einem winzigen Italienerladen wohl die beste Carbonara in diesen Ferien verspeist). Am Nachmittag stand dann das bunte Treiben im Pike Market auf dem Programm. Was es da alles zu kaufen gibt, geht auf keine Kuhhaut. Nicht nur Fisch, nein, auch Blumen, Fleisch, Gemüse, Früchte und viel Kleingeschmeus – unglaublich. Hat uns sehr gut gefallen. Witzig auch die Fischhändler, die ihre Ware denn Kunden nur so nachschmeissen – im wahrsten Sinne des Wortes. Früh am Abend sind wir Rolis Rat gefolgt und haben im besten Steakhouse der Stadt (wenn nicht gar im Land) wunderbares Fleisch (Wagyu Filets) verspachtelt wobei wir allein mit dem Tipp an den Waiter irgendwo anders das ganze Nachtessen bestritten hätten. Aber saugut! Truni hat dann sein in der Früh ergattertes Ticket gezückt und in der Heimatstadt der Band in der mit ca. 20‘000 Zuschauern ausverkauften Key Arena Pearl Jam reingezogen. Die haben ausgerechnet an diesem Tag ihre Welttournee gestartet. Wow, das war wirklich genial (awsome!!!)!

 

Dienstag, 22. September 2009

Gestartet haben wir den Tag heute mit grosser Wäsche – jedoch für einmal nicht unsere. Wir haben unserem Plori (Ford Explorer) ein Bad mit anschliessender Innenreinigung gegönnt. Jetzt sieht er wieder wie aus dem Ei gepellt aus – er hat es sich verdient. Dann haben wir, trotz des wiederum wunderbaren Wetters, einen bzw. zwei Museumsbesuche eingelegt. Das erste war das EMP (Experience Music Project), das, wie der Name schon sagt, der Musikgeschichte des Nordwestens gewidmet ist. Man findet da alles über Jimi Hendrix, die Erfindung des Grunge und so weiter. Auch selbst Musik machen kann man und gewisse Talente zeigen sich erst am Schlagzeug. Weiter gings dann ins SFM (Science Fiction Museum), wo wir viele alte Bekannte trafen (E.T., Yoda, Captain Kirk und den Rest der coolen Gang). Für Musik- und Filminteressierte wirklich einen Besuch wert, wir hätten noch stundenlang darin flanieren können. Aber eben, das Wetter war zu schön, um den ganzen Tag in einem Museum zu verbringen. Wir haben Downtown angesteuert und haben zu Fuss die Innenstadt erkundet. Vor dem Sonnenuntergang haben wir uns auf die Fähre nach Bainbridge Island eingeschifft und die extrem schöne Fahrt, bei der die Stadt in wundervolle Farben getaucht wird, sehr genossen.

 

Mittwoch, 23. September 2009

Sehr früh aufgestanden. Unser Flieger startete nämlich schon um 9.40 Uhr, sodass wir schon um 8.00 Uhr dort sein mussten und vorher nicht nur zum Flughafen fahren, sondern auch Plori noch seinem Schicksal übergeben mussten (haben uns innig verabschiedet, ihm für seine tollen Dienste gedankt und ihm alles Gute gewünscht). Mike hat den rund zweistündigen Flug durchgepennt. In San Francisco angekommen, haben wir uns ein Taxi geschnappt und sind direkt ins Hotel Diva gefahren. Nettes Zimmer, aber etwas gar klein (halt Designer und so). Da es im Flieger nicht mal einen Snack gab, sind wir hungrig sofort ins House of Nanking, das wir bereits aus den 90er-Jahren kennen, gepilgert. Der wohl laut Tripadvisor (Webseite für Reiseerfahrungen) umstrittenste Chinese der Welt (von „bester Food ever“ bis „very poor“) hat uns aber einmal mehr beeindruckt. Nicht nur das Essen war sensationell wie immer, sogar der Service und die Sauberkeit des Lokals hat uns dieses Mal positiv überrascht. So gestärkt haben wir nochmals Niketown geplündert und sind nochmals kurz ins Hotel für eine Ruhestunde. Dann die Cable Car geentert und zur Fishermans Wharf hinunter gefahren. Dort haben wir am Pier 39 die Seehunde besucht (ein grässlicher Gestank) und ein bisschen „gelädelet“. Anschliessend sind wir den ganzen weiten Weg zu Fuss zurück gepilgert, quer durch North Beach (dem Italo-Viertel), bis wir müde aber zufrieden in der Stinking Rose (A Garlic Restaurant, „we season our garlic with food“) eingekehrt sind. Wie üblich Bagna Calda (ein Pfännchen voller weich gedünsteter Knoblauch-Zehen im Öl schwimmend) als Appetizer und dann irgendwelche Teigis (natürlich auch mit genug Knoblauch drin). Zum Dessert gabs dann beim nächstgelegenen Italiener noch vier Espressi (mit Zigarette im Freien, so schön) und einen netten Talk auf italienisch mit einem der Besitzer, die aus Napoli stammen. Derart geruchlich gewappnet konnten wir problemlos dauernd furzend durch Chinatown den Rückweg zum Hotel antreten.

 

Donnerstag, 24. September 2009

Haben uns entschlossen, unser Mustang Cabriolet etwas früher zu holen und sind deswegen mit der BART (Bay Area Rail Transport) zum Flughafen gefahren. Dort nach einer knappen Stunde in der Schlange bei Hertz endlich dran gekommen und unseren silbergrauen schnittigen Schlitten (wieder ein 4-Liter-Ungetüm) übernommen. Sieht wirklich nett aus. Gleich das Dach runter und den Pazifik entlang nach S.F. gebraust. Dort wollten wir den Scenic Drive abfahren, was wir aber aufgrund des (in der Stadt) eher nebligen Wetters dann auf morgen verschoben haben. Sind einfach so ein bisschen durch die Stadt gedüst und schlussendlich im Hard Rock Café (auch an Pier 39) gelandet. Den heutigen Abend möchten wir dann  bei einem Italo in North Beach  beschliessen.

 

Freitag, 25. September 2009

Am Morgen sind wir mit unserem Hottehüli (alias Ford Mustang Convertible Cabriolet) gleich mal Richtung Golden Gate gerauscht. Das Wetter war zwar an und für sich sehr gut, jedoch lag die Brücke noch mehr oder weniger im Nebel. Hatte aber auch was für sich. Sind dann mal gen Norden mit Ziel Napa Valley gefahren, im Verkehrschaos von Greater San Francisco aber bald mal hängengeblieben. Halt nix mit Wineyards und wieder umgekehrt. Mittlerweile lag die Brücke zwar immer noch im Nebel, aber darüber wurde die Stadt langsam sichtbar. Um nicht vom Fleisch zu fallen, haben wir uns in Sausalito ein leckeres Mittagessen (im The Spinaker, das wir schon 1995 berücksichtigt haben) reingezogen. Sausalito ist immer wieder einen Ausflug wert, man hat eine (auch mit Nebel) besonders schöne Sicht auf die Stadt und die Bay. Der Nebel über der Brücke wollte sich einfach nicht in Wohlgefallen auflösen, haben aber gesehen, dass Twin Peaks (Hügel mit genialer Aussicht auf die Stadt) aufgetaucht war. So sind wir halt dort rauf gefahren und das hat sich dann auch wirklich gelohnt. Bis auf die Golden Gate war die alles gut sichtbar und auch die Lichtverhältnisse für Fotos waren optimal. Mittlerweile war es schon später Nachmittag und nach einem Zwischenstopp im Hotel sind wir nochmals ein bisschen flanieren gegangen (Stiefel-Shopping). Am Abend war dann wieder mal Chinatown angesagt, aber oje, Chef Jiao, den wir schon lange mal besuchen wollten, hatte Ruhetag. Da auch das House of Nanking dunkel blieb, sind wir halt zu irgendeinem (es gibt ja zwei oder drei) Chinesen gesteuert, der Hunan Food anbot. War ganz lecker. Den Abend beschlossen wir, wie eigentlich jeden Abend in S.F., in North Beach bei Espresso und Grappa.

 

Samstag, 26. September 2009

Nachdem das Wetter vielversprechend aussah, haben wir uns sofort zur Lombard Street (Kurvenstrasse mit den vielen Blumen) aufgemacht, um das Versäumnis aus den 90er nachzuholen. War dann auch sehr hübsch. Anschliessend haben wir unser Glück nochmals mit der Golden Gate Bridge versucht. Heute war erheblich mehr zu sehen, allerdings kroch der Nebel immer noch etwas umher. Nichtsdestotrotz sind uns nochmals einige gute Bilder gelungen. Dann führte uns der Weg gen Süden auf dem Highway No. 1 nach Monterey, wo wir uns ein paar Stunden im Monterey Bay Aquarium vergnügt haben. Ist wirklich toll und interessant aufgemacht. Allerdings waren wir nicht die Einzigen, die diese Idee hatten. War doch etwas crowdy. Hat uns aber nicht gross gestört. Und dann begann die lange Odyssee. Wir haben nämlich das erste Mal in diesen Ferien kein Hotelzimmer vorausgebucht. Schlechte Idee an einem Samstag, mussten wir feststellen. Eigentlich war geplant, dass wir am Big Sur (schönster Abschnitt des Highway No. 1) nächtigen. Wir haben dann sämtliche Übernachtungsmöglichkeiten zwischen Monterey bis und mit Big Sur (und darüber hinaus) abgeklappert, aber keiner wollte uns. Bei einem Hotel sind wir nur 30 Sekunden, nachdem das letzte Zimmer vergeben wurde, abgewiesen worden. So ein Sch… So konnten wir eigentlich den wunderschönen Sonnenuntergang am Highway No. 1 gar nicht richtig geniessen. Sind dann im Dunkeln einfach weitergedüst und sahen uns schon bis Los Angeles durchfahren. Aber in San Simeon sind wir dann um 20.50 Uhr doch noch fündig geworden. Und etwas zu essen gab es auch noch. Nachdem wir das Zimmer im Quality Inn bezogen haben, haben wir uns entschlossen, gleich noch eine Nacht anzuhängen. So werden wir halt morgen das Versäumte nachholen und nochmals zum Big Sur zurückfahren.

 

Sonntag, 27. September 2009

Haben heute etwas länger geschlafen und sind dann zuerst nach Cambria gefahren, um Hottehüli neuen Treibstoff zuzuführen. Anschliessend wieder Richtung Norden, wobei sich schon am Morgen abzeichnete, dass es wahrscheinlich heute mit dem Wetter nicht mehr ganz so toll aussah wie gestern. War zwar wunderschön und strahlend blauer Himmel, aber die Küste war in eine dichte Nebeldecke verpackt, die so aussah, als ob sie sich im Laufe des Tages nicht auflösen würde. Haben zuerst in der Nähe unseres Hotel den Elephant Seals Vista Point angesteuert, wo wir die Tiere während ihres Mittagsschlafes gut beobachten konnten. Wir wollten möglichst bis über Big Sur hinaus zurückfahren um beim Rückweg alle Viewpoints reinzuziehen. Gesagt, getan. Haben uns bis zum Rocky Point Restaurant (nördlich von Big Sur) durchgeschlagen und einen herrlichen Lunch genossen. Das Restaurant liegt wunderschön über den Klippen und bietet einen unglaublichen Blick auf den Pazifik. Da zeigten sich dann auch Lücken im Nebel. Auf dem Rückweg allerdings wurde der Nebel wieder dichter und wir konnten nur noch einige der uns vorgenommenen Aussichtspunkte auch fotografisch nutzen. Auch der als schönster Beach zwischen Monterey und Los Angeles beschriebene Pfeiffer Beach war zwar wirklich schön, aber halt auch partiell neblig. Den Trail im Pfeiffer National State Park zu den Pfeiffer Falls sind wir tapfer abgewandert um dann ein Rinnsal (der Jonenbach gibt mehr her) statt des erwarteten Falls zu sehen. Jä nu. So sind wir halt wieder mehr oder weniger zügig Richtung Hotel zurück gefahren und haben uns nach einer Dusche im Linns in Cambria (das Sow’s Ear, das wir schon 1997 besucht hatten, wollte uns um 20.30 Uhr schon nicht mehr, was sich dann auch als absolut richtig herausstellte) kulinarisch verwöhnen lassen. Eines der besten Diner dieser Ferien. Aufgekratzt (und nach Bier und Wein auch gut im Schuss) haben wir uns kurzfristig entschlossen, die restlichen zwei Ferientage in Las Vegas ausklingen zu lassen. Der beschriebene Weg von San Simeon nach Los Angeles gibt einfach zu wenig her … So haben wir uns fix wieder eine Rauchersuite im Cesaers gesichert und freuen uns schon sehr auf den Abschluss unserer Reise.

 

Montag, 28. September 2009

Sind bei Zeiten aufgestanden und haben am Lagerfeuer (Frühstückstisch mit Feuerstelle in der Mitte) gezmörgelet. Dann Hottehüli gepackt und in knapp 7 Stunden nach Las Vegas gedüst, und das bei schönstem Wetter (nachdem wir die neblige und doch eher kühle Küste hinter uns gelassen hatten, konnten wir nach ca. 1 Stunde dann auch „offen“ fahren). Im Cesaers Palace wurden wir wie alte Freunde empfangen und kriegten eine Suite mit noch besserem Ausblick auf Strip und Bellagio. Nach einem Kurzbesuch am Pool sind wir dann schon bald einmal zu Beijings Noodle No. 9 essen gegangen – die haben wirklich sehr gutes Essen und vor allem grandiose hausgemachte Nudeln, wenn auch der Service mehr als dürftig ist. Dann noch einen Espresso und Grappa nachgeschüttet und Truni hat seine Allerliebste zu Bett gebracht. Er selbst hat einmal mehr bei einem Long Island Ice Tea für schlappe 20 Bugs die Nackedeien in der Shadows Bar bewundert. Das Absackerbierli war dann fast zu viel, und so schleppte er sich mit etwas Mühe doch noch in den 43. Stock des Augustus Tower.

 

Dienstag, 29. September 2009

So, den letzten „richtigen“ Ferientag haben wir wie üblich im Caesars im Augustus Café mit einem kleinen Frühstück gestartet. Dann sind wir in die Forum Shops gepilgert und haben unsere Lieblingsläden (Express, Nike, Gap) nochmals um einige Items erleichtert. Anschliessend Mittagessen im Trevi und dann, damit er auch noch etwas Bewegung kriegt, Hottehülli den Strip (Las Vegas Boulevard South) rauf und runter gehetzt. Haben uns noch ein letztes Mal an den Pool gelegt um bei Sonnenuntergang einen Caesars Punch zu geniessen. Zurück im Zimmer haben wir etwas Schönheitspflege betrieben und uns in Schale geschmissen, was sich denn auch auf dem Weg zum Abendessen in Form von VIP-Pässen für das PURE bezahlt gemacht hat. Also nach dem Sashimi kurz in die VIP-Queue eingereiht und unseren Schlummi auf der Terrasse des PURE, wo man einen herrlichen Blick über den Strip hat, genossen. Wir kamen natürlich auch nicht umhin, noch ein letztes Bierchen im Shadow zu kippen, was uns dann auch den Rest gab. Da wir schon fleissig vorgepackt haben, können wir uns nun auch bald in die Heia legen. Waren wirklich fünf tolle Wochen. Jetzt folgt noch eine gut vierstündige Autofahrt nach Los Angeles und morgen Abend um 19.20 Uhr besteigen wir dann die SWISS-Maschine, die uns hoffentlich wohlbehalten wieder zu euch zurück führt.

Besten Dank euch für die Verfolgung unserer Reise. Wir hoffen, es hat euch auch etwas Spass gemacht und wir werden euch sicher noch zu Hause mit mehr Fotos (haben immerhin ca. 2‘500 davon geschossen) quälen.

 

Mittwoch, 30. September 2009

Wieder Morgenessen im Augustus Café und wir haben mit Hottehüli die letzten Meilen (ca. 280) Richtung L.A. in Angriff genommen. Fahrt verlief problemlos und kurz vor L.A. haben wir dann auch noch das Dach runtergelassen, um noch einmal das Cabriolet-Feeling zu haben (in Las Vegas war es mit 18° doch eher kühl – wurde Zeit, dass wir gehen). Nach Rückgabe von Hottehüli (er hatte ganz feuchte Augen…) und noch ein paar Zigaretten, haben wir uns in die Business Lounge von LAX gesetzt, NZZ gelesen (so schön!), ein, zwei Drinks genossen und ein paar Mails geschrieben. So verging uns die Zeit bis zum Boarding relativ schnell und in ein paar Minuten werden wir uns in den Flieger nach Hause setzen. Tja – aber die Freude über die Erinnerungen der letzten fünf Wochen macht uns den Abschied leicht. Zumal wir nun bald wieder euch alle und vor allem auch unseren geliebten Kater Baloo wieder sehen werden und darauf freuen wir uns schon jetzt!

 

Fazit:

  • In 5 Wochen ca. 10‘372 Kilometer im Auto zurückgelegt
    • davon reine Fahrstrecke von Ziel zu Ziel: ca. 7‘000 Kilometer
    • restliche Kilometer mit Fahrten in den Schwerpunktgebieten Las Vegas, Moab, Yellowstone, Glacier, Vancouver Island, Seattle, San Francisco
  • Tiersichtungen in freier Natur (und lebend):
    • 1 Kojote
    • 4 Wölfe
    • 8 Bären
    • Ca. 10 Bald-Eagles (Weisskopfseeadler)
    • Ca. 100 Elks (Hirsche und Hirschkühe)
    • Ca. 50 Deers (Rehböcke und Rehe)
    • Ca. 100 Bisons
    • 14 Orcas (Killerwale)
    • 4 Humpbacks (Buckelwale)
    • 5 Porpoises (grosse Tümmler)
    • Ca. 300 Seeelephanten
    • Ca. 100 Seelöwen
    • Hasen, Turkey’s, Kanada-Graugänse, viele verschiedene Wasservögel
    • 0 Elche (wir müssen nochmals kommen J)
  • Unersetzlich waren die neue Kamera Sony Cybershot HX-1 (ca. 2‘300 Fotos)  - mit der Panoramafunkton, einem guten Zoom und der Fähigkeit, auch mit wenig Licht gut auszukommenund – und die kleine Cybershot von Sony (ca. 300 Fotos)
  • Auch Feldstecher (einer pro Person) ist unbedingt empfehlenswert, nur so konnten wir viele Tiere hautnah miterleben
  • Nicht zu vergessen natürlich Franzl, unser Navi, der uns – mit einigen wenigen Ausnahmen, wenn er wieder zu viel Weissbier gesoffen hat – überall gut hin navigiert hat. Allerdings ist zu sagen, dass eine gute Strassenkarte (danke, Roli) und die Fähigkeit, diese zu lesen (danke, Mike), unersetzlich bleiben.
  • Auch unsere beiden gemieteten Autos – Plori (Ford Explorer 4.0) und Hottehüli (Ford Mustang Convertible Cabriolet 4.0) – haben ihre Aufgabe zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt und sind uns sehr ans Herz gewachsen
  • Best Western ist nach wie vor für Übernachtungen zu empfehlen, Quality Inn steht diesem in nichts nach
  • Unterkünfte in den Nationalparks sind unbedingt vorauszubuchen. Und da dann eher die etwas teurere wie günstigere Variante zu wählen. Man landet sonst sehr schnell gezwungener Weise in der Präsidentensuite, die einem dann viel teurer kommt …
  • Zur Planung und vor Ort hat uns folgender Reiseführer sehr gute Dienste erwiesen:

„USA – der ganze Westen“

von Hans-R. Grundmann

ISBN 3-89662-232-7

  • Wenn ihr die Chance habt, 5 (oder auch mehr) Wochen Urlaub zu machen – do it!!!