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Irgendwie müssen wir heute doch ein bisschen länger liegen bleiben und stehen dann schliesslich „erst“ um 07.10 Uhr auf. Nach Frühstück und Dump kommen wir um 08.30 Uhr bei Whistlers weg, müssen dann aber noch kurz nach Jasper zu einem Nach-Einkauf, da wir gestern elementare Bestandteile eines Camperlebens (Milch, Butter, Eier) vergessen haben. Muss wohl an der Freude der erstandenen Kartoffelraffel gelegen haben. Um 09.00 Uhr schliesslich fahren wir wieder auf den Icefields Parkway und können mehr oder weniger (bis auf die Sichtung von ein paar Wapiti Hirschkühe, die am Strassenrand grasen) bis zu den Columbia Icefields durchziehen, da wir ja gestern bereits die Sehenswürdigkeiten auf Jasper-Seite besichtigt haben.

 

Unterwegs sehen wir auch unser erstes Mufflon (eine Art Dickhornschaf), sind aber zu langsam, um Fotos zu schiessen. Damit haben wir auch heute schon wieder unser animalisches Kontingent erfüllt. Selbst die Columbia Icefields lassen wir zunächst links bzw. rechts liegen um uns ein Plätzchen im Wilcox Campground, der sich nur 2 km südlich davon befindet, zu sichern (2‘000 m.ü.M., unsere höchste Schlafstätte). Und wiederum lohnt es sich, ergattern wir doch mit der Site No. 6 den wohl mit Abstand am schönsten gelegenen Platz. Nach Selfregristration machen wir uns wieder zurück zum Columbia Icefield. Das Columbia Icefield besteht aus mehreren Gletschern und ist beachtliche 321 km2 gross. Von der Strasse aus ist neben einigen Eisfällen mehr oder weniger nur der Athabasca Gletscher ersichtlich, der sich in 6 km Länge und 1 km Breite seinen Weg ins Tal bannt. Somit sehen wir nur ca. 2% des gesamten Eisfeldes und das erscheint schon ziemlich grandios. Es ist auch der, ähnlich wie beim Gotthard, nur etwas gewaltiger, Ursprung dreier Flusssysteme. Der Athabasca River ist einer der Quellflüsse des Mackenzie Rivers, der nach 4‘200 km ins Polarmeer strömt. Der North Saskatchewan River fliesst aus dem nördlichen Banff Park in den Lake Winnipeg und bahnt sich von dort als Nelson River 2‘500 km seinen Weg in die Hudson Bay (Atlantik). Der Columbia River im Westen schliesslich mündet nach 2‘000 km bei Portland (USA) in den Pazifik.

 

Zuerst unternehmen wir eine kurze Wanderung zur Zunge des Athabasca Glaciers um dann den Blick von der Besucherterrasse des Visitor Centers zu geniessen. Dann trennen sich unsere Wege. Während Mike sich der Ausstellung über das Gebiet widmet, entschliesst sich René die aus ökologischer Sicht doch eher fragwürdige aber nichts desto weniger unterhaltsame und spannende Fahrt in einem speziellen Gletscherfahrzeug, genannt Snocoach (tatsächlich ohne ‚w‘), zu gönnen. Der japanische Fahrer und Alleinunterhalter Masami Inoku (im ersten Lebensabschnitt Investment Banker an der Wallstreet in New York) ist für sich allein genommen schon das Geld wert. Die an einem guten Tag (und den haben wir natürlich auch heute) bis zu 5‘000 Personen werden in die Mitte des Athabasca Glaciers gekarrt und können sich dort für 20 Minuten die Füsse auf dem Eis vertreten. Für die spektakulären Sichten nimmt Truni auch das in Kauf.

 

Im Anschluss fahren wir gemeinsam zum Wilcox Creek Campground und müssen doch tatsächlich zuerst noch unsere reservierte Site zurückerobern. Nach Kontrolle des Reservationszettels müssen die Invasoren geknickt das Feld räumen. Wir dagegen geniessen the best view in the valley (und Truni freut sich über jeden neidischen Blick), lesen etwas, hacken Holz und machen uns schon bald daran, den heutigen Tageshit zuzubereiten. Wir haben Bison-Hackfleisch erstanden und werden uns daraus leckere Bison-Burger über der Glut zubereiten.

 

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