Leider hat sich Renés Zahn in der Nacht entschlossen, nochmals so richtig verrückt zu spielen und wir müssen um 3.30 Uhr spontan ein paar Notfallmassnahmen einläuten. Schlussendlich kann unser Patient zwar wieder einschlafen, aber am Morgen sind die Schmerzen eher noch schlimmer als zuvor. Da die von zu Hause mitgebrachten Medikamente langsam zu Neige gehen, müssen wir eine hiesige Apotheke aufsuchen und unser Problem erklären. Erwartungsgemäss gibt es hier natürlich nicht die gleichen Tabletten, aber wir bekommen doch was, das helfen sollte.

 

Wir kehren zu unserer Campsite im Haynes Point zurück, frönen dem süssen Nichtstun und geniessen den warmen Osoyoos Lake nochmals für ein Bad. Anschliessend machen wir uns schick für den abendlichen Ausgang. Wir haben in Osoyoos resp. im Internet ein vielversprechend klingendes italienisches Restaurant ausfindig gemacht. Vorher werden wir aber von unseren Campernachbarn zum Apéritif eingeladen. Es sind Peter, ein Schweizer, der in jungen Jahren lange in Vancouver gelebt hat und nun mit seiner Lebensgefährtin Dorothea, einer Kanadierin, ein B&B in Nelson führt. Sie sind auf dem Weg in die Schweiz, wo sie jeweils die vergleichbar milden Winter verbringen. Wir plaudern über Gott und die Welt (vor allem Weine) und die Zeit vergeht im Nu. Wir müssen uns quasi losreissen, damit wir noch zeitig zum Nachtessen kommen, da die Pforten des Campgrounds um 22.00 Uhr geschlossen werden. Wir müssen dann im Campo Marina zwar zuerst mal eine knappe halbe Stunde warten, was uns betreffend der Qualität optimistisch stimmt, werden dann aber auch nicht enttäuscht. Die Gambaretti all‘ Aglio und die Scallopine all Marsala (Kalbfleisch!!!) schmecken ausgezeichnet. Dazu gönnen wir uns einen adäquaten Wein und sind auf dem Rückweg schon recht lustig. Das wird noch besser, als wir den Rest der Flasche, den wir mitgenommen haben (das ist drüben so üblich, ist ja auch 0.5 Promille erlaubt) beim obligaten Lagerfeuer austrinken.

 

Wir legen uns zu Bett und schlafen friedlich ein. Um 00.30 Uhr bricht aber die Hölle los. Die Gambaretti scheinen nicht den kürzesten Weg vom nahen Meer genommen zu haben und sind wohl doch etwas Antibiotikum belastet gewesen. Mike spricht natürlich sofort darauf an, reagiert allerdings relativ harmlos und hat lediglich juckende Pünktchen am ganzen Körper. In unserer allumfassenden Mega-Apotheke findet sich auch ein Anti-Histamin, das schnell hilft und so Mike doch noch zu ihrem verdienten Schlaf kommt.

 

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