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Da das Canim Lake Resort über sehr gute sanitarische Anlagen und sogar ein Hot Tub verfügt (und das ist in USA/Kanada wirklich immer „hot“), sind wir gestern Abend noch kurz entschlossen in den heissen Whirlpool gesprungen und haben unsere alten Knochen wieder mal richtig aufgewärmt. Wenn wir geahnt hätten, wie kalt die Nacht werden wird, wären wir wahrscheinlich bis zum Morgengrauen drin geblieben. Anschliessend noch eine herrliche warme Dusche genossen und haben uns dann wiederum früh in unser Bettchen gelegt. Während der Nacht war es derart kalt (das erste mal „below zero“), dass selbst das zweimalige Auffüllen der Bettflasche (die wir klugerweise mitgenommen haben) und mehrmaliges Aufwärmen mit der Heizung um 05.00 Uhr nichts gegen die eisige Kälte auszurichten vermochte. Wir stehen auf, um nicht zu erfrieren und stellen fest, dass die gestern Abend draussen aufgehängten Badekleider und Tüchlein brettsteif gefroren sind.

Nach intensiver Heizaktion sind wir bereits wieder um 08.00 Uhr auf der Piste und steuern den mit über 5‘400 km2 grossen Wells Gray Provincial Park (einer der grössten in Kanada) an. Unterwegs haben wir noch eine Schrecksekunde, als drei Rehe direkt an der Strasse ihr Frühstück grasen. Allerdings lassen sie sich nicht gross aus der Ruhe bringen und ziehen sich eher gemächlich wieder in den angrenzenden Wald zurück. Kurz nach 12.00 Uhr sind wir beim Visitor Centre eingetroffen und lassen uns betreffend möglicher Wanderrouten und Sehenswürdigkeiten beraten. So besichtigen wir zuerst die Spahats Falls, dann die Dawson Falls und schliesslich die bekanntesten Helmcken Falls. Eine halbe Stunde nördlich nehmen wir ab Bailey’s Chut, einer Stromschnelle, wo man die Chinook Lachse springen sehen kann, den West Lake Loop Wanderweg unter die Füsse. Dieser führt uns über die Marcus und die Myanth Falls, wo wir einen Pause einlegen und ein mitgebrachtes Picknick einnehmen, zum West Lake. Nach zwei Stunden sind wir wieder zurück bei Bailey’s Chut und beobachten ein gutes Dutzend springende Lachse (wir sind halt wirklich schon etwas spät dran, im August wären es wohl Tausende gewesen) auf ihrem Weg zu den Laichgründen im Clearwater River (der seinem Namen wirklich gerecht wird).

Dann muss Turtle auf der nun graveligen Clearwater Road nochmals ziemlich leiden, bevor wir im Falls Creek Campground unsere einsame Campsite beziehen. Nicht nur Turtle schüttelt es durch, auch alles was darin mitfährt (neben uns sämtliche Vorräte und Schrankinhalte) ändern stark die Position und zwingen uns zuerst mal kräftig aufzuräumen. Bei einem (oder zwei oder so) Glas Wein nehmen wir das aber ziemlich locker und lassen und nicht davon abhalten, uns eine Bolognese, die jede italienische Mama vor Neid erblassen liesse, zuzubereiten. Da wir sogar geriebenen Parmesan Made in Switzerland gefunden haben, schmeckt es uns umso besser.

Nach den Fahr- und Wanderstrapazen haben wir einen Bärenhunger und anschliessend schauen wir bereits um 21.00 Uhr wehmütig unsere Liegestätte an. Dann aber, weil es ja so ein langweiliger Tag war, müssen wir noch etwas Action produzieren. Irgendwie fängt doch glatt unsere Wells Gray Map an der Citronella-Kerze im Turtle drin Feuer und brennt innert Sekunden Lichterloh. Truni aber, geistesgegenwärtig wie er ist, zeigt Mike, die gerade auf dem Töpfchen sitzt, noch kurz die brennende Karte bevor er sie, ohne dass weiteres Ungemach geschieht, ins Freie befördert.

 

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