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Damit wir zeitig in Hyder (Alaska) ankommen, um vielleicht noch vor dem Mittag dem Fish Creek einen Besuch abstatten und unsere ersten Bären beobachten können, stehen wir einmal mehr früh auf. Nach Frühstück und den üblichen Morgenarbeiten verabschieden wir uns um 08.30 Uhr vom Meziadin Lake.

 

Es ist eine sehr schöne Fahrt und unterwegs machen wir einen kurzen Halt, um den Bear Glacier auf Bild zu bannen. Den Bear Glacier trennt nur der Gletscher-See von uns. In früheren Jahren (und das ist noch nicht allzu lange her), reichte er sogar über die heutige Strasse. Die alte verlief damals noch einige Dutzend Meter weiter oben. Da das Licht am Morgen aber noch nicht optimal ist, können wir leider die in Berichten beschriebene Blaufärbung noch nicht besonders gut erkennen. So nehmen wir die restlichen Kilometer nach Stewart in Angriff. Stewart, am längsten Fjord in Kanada gelegen und der nördlichste eisfreie Hafen, ist ein nicht sonderlich reizvoller Ort, im Vergleich zum amerikanischen Hyder aber geradezu ein Bijou. Kaum hat man die imaginäre Grenze überschritten, ist es vorbei mit Asphalt und Häusern, die als solche zu erkennen sind.

 

So beginnt die Schütteltour, die uns zuerst mal zum Fish Creek führt. Der Fish Creek ist eine der wenigen Observationsmöglichkeiten von Bären auf der Welt, die mit dem Auto angefahren werden können und wo man für wenig Geld (10$ für drei Tage) die wilden Bären in ihrem natürlichen Lebensraum bestaunen kann. Derzeit teilen sich ca. 6 verschiedene Schwarzbären und einige Grizzlys den Flussabschnitt, In den vergangenen Jahren ging zwar die Anzahl der Sichtungen etwas zurück, das muss aber nicht heissen, dass es weniger Bären in der Region gibt. Wir müssen auch nicht lange warten, und schon taucht die erste Schwarzbär Mutter mit ihrem Baby auf. Allerliebst! Kurz darauf lässt sich ein männliches Exemplar von respektablem Körperumfang sehen. Wir sind selig und schauen und knipsen und filmen was das Zeug hält. Nach 1 ½ Stunden Beobachtung erkundigen wir uns, in welchem Zustand die Strasse zum Salmon Glacier sei. Der lokale Ranger meint, dass es gut machbar sei, man müsse einfach der schlechten Strasse (very pumpy) entsprechend langsam fahren.

 

Der Salmon Glacier ist der fünftgrösste Gletscher der Welt. Nachdem wir nur die anfänglichen 18 Kilometer bis zu den ersten Aussichtpunkten fahren wollten, entscheiden wir uns kurzfristig um und ziehen gleich bis zum Summit durch. Dies deshalb, da die zu Beginn extrem schlechte Gravelroad, je weiter wir nach oben kommen, umso besser wird. Nach zwei Stunden haben wir dann die 28 Kilometer hinter uns gebracht und müssen eingestehen, dass der Aletschgletscher im Vergleich keine Chance hat (von wegen Weltnaturerbe). Turtle musste sich aber unglaublich abmühen und sieht auch entsprechend aus (staubig bis auf den Rückspiegel). Wir geniessen den Anblick der mächtigen Eismassen bei, wie könnte es sonst sein, strahlenstem Sonnenschein. Auch in dieser Region wird uns bestätigt, dass dies höchst selten der Fall ist. Für den Rückweg brauchen wir dann nur noch die halbe Zeit, was uns die Möglichkeit bietet, nochmals am Fish Creek vorbeizuschauen. Auch diesmal haben wir Glück und schon nach kurzer Wartezeit zeigen sich wieder Bären.

 

Wir kümmern uns um unsere Übernachtungsmöglichkeit und finden noch ein Plätzchen auf dem doch eher unattraktiven, aber der Lage wegen zweckmässigem Camground Run-A-Mock. Das Nachtessen wird vorbereitet und die fällige Kleiderwäsche erledigt, anschliessend müssen wir nochmals zum Fish Creek, da sich in den Abendstunden die Bären gerne nochmals zeigen. Wir sehen natürlich wieder welche und so kehren wir zufrieden zu unserer Campsite zurück. Das Curry zum Znacht rundet einen vollends gelungenen Tag ab.

 

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